100 Tage zurück – und jetzt?

Heute morgen am Frühstückstisch habe ich mal nachgezählt und wir sind tatsächlich schon eine ganze Weile zurück von unserer Reise. 100 Tage. Naja 122 Tage wenn man genau ist. Die wohl am meisten gestellte Frage ist, wie es denn nun sei nach so langer Zeit wieder in Deutschland zu sein. Und das ist tatsächlich eine verdammt gute Frage. 

Ganz klar: Es war wirklich schön, wieder nach Hause zu kommen. Die Familie kann wieder in den Arm genommen werden, man sieht seine Freunde live und in Farbe, kann ausführlich erzählen und alle leben wieder in der gleichen Zeitzone.

Wir freuten uns auch wirklich über unsere eigene Wohnung und waren heilfroh, dass wir untervermietet hatten (lies dazu auch: Von der Idee bis zur Abreise – Teil 3). Nach einiger Zeit war der fremde Geruch verschwunden und unsere privaten Dinge waren wieder verstaut – wir waren wirklich wieder angekommen.

Doch was lernt man aus so einer Reise?

Der eigene Besitz

Schon bevor wir losgefahren waren, hatten wir ordentlich ausgemistet, Flohmarkt gemacht und viele Dinge für Flüchtlinge gespendet. Jeder von uns hatte ca. 10 kg Gepäck dabei und trotzdem merkten wir schnell, dass wir viel zu viel mitgenommen hatte. Schon unterwegs wurde uns klar, mit wie wenig materiellen Dingen wir auskommen. Zuhause änderte sich dies eigentlich nicht wirklich. Unsere eingelagerten Dinge haben wir noch einmal kräftig aussortiert und ich muss sagen, es ist so befreiend! Von der Reise haben wir hauptsächlich Souvenirs für Familie und Freunde mitgebracht, es war uns wichtiger unserem Umfeld etwas zu schenken als uns selbst etwas zu kaufen. Wir haben ja schließlich alle unsere Erinnerungen!

Das Leben zu Zweit

Ja, auch das Leben zu Zweit verändert sich durch eine lange Reise. Wir haben uns als Paar noch einmal ganz neu kennengelernt, sind ein eingeschworenes Team geworden und wissen nun, dass wir so gut wie jede Situation meistern können und dabei immer noch lachen können. Das ist Gold wert. Wir haben entdeckt, dass wir eine sehr ähnliche Auffassung des Reisens haben und auch etliche Wochen auf kleinstem Raum in einem Campervan bei schlechtem Wetter gut zusammen aushalten können. Uns kann eigentlich nichts mehr erschüttern!

Der richtige Zeitpunkt

Wir haben uns eigentlich nie viele Gedanken darüber gemacht, ob es einen richtigen oder falschen Zeitpunkt für diese Reise gibt. Es war einfach klar, dass wir loswollten und daher passte es auch in unser Leben! Daher denke ich auch, dass es nie die falsche Zeit gibt um zu reisen. Wenn man dafür brennt, es wirklich will dann kann man so etwas auch realisieren. Egal ob nach der Schule, nach dem Studium, ob man kündigen muss oder freigestellt wird. Einfach machen!

Schwierigkeiten

Klar, es gibt auch Schwierigkeiten. Gerade noch im Flieger gesessen, musste ich schon zum Arbeitsamt. Das komplette Kontrastprogramm. Plötzlich musste ich mir klar werden, was ich nun mit meinem Leben anfangen will. Und das ist wahrlich keine leichte Aufgabe. Eigentlich arbeite ich immer noch daran. Aber wenn alles zu viel wird, dann träumen wir uns auf unsere Reise zurück, an den Tag wo wir einen Bären gesehen haben,

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den Tag als wir wahrhaftig am Grand Canyon standen,

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der Tag am einsamsten Strand Neuseelands

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oder zu dem Tag, an dem wir durch das Great Barrier Reef geschnorchelt sind.

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Wir sind durch das Reisen so viel reicher geworden. Die Erinnerungen kann uns keiner nehmen, sie werden nie vom Alltag verdrängt werden und werden uns unser Leben lang glücklich machen.

Also, was hält dich noch auf?

2 Kommentare

  1. Hi Britta,
    mich halten meine Kinder auf, wenn man so möchte. Letztlich bereichern sie unser Leben aber natürlich auch auf ihre eigene Art und Weise. Ich habe oft den Traum gehegt, einfach mal weg, alles hinter sich lassen, hatte aber dann doch nicht den Mut oder die Entschlußkraft. Mal sehen, was noch kommt. Gruß Malte

    • britzi

      28. Juni 2016 at 6:46

      Ja, das kann ich verstehen. Ohne Kinder ist es natürlich einfacher. Aber wie gesagt, wo ein Wille ist auch ein Weg 🙂 viele Grüße Britta

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