Wie schön es ist, nach Hause zu kommen! Das war mein erster Gedanke, als wir nach einem anstrengenden Flug endlich in Auckland gelandet waren. Neuseeland begrüßte uns so, wie ich es schon zweimal erleben durfte: pure Freundlichkeit, Gelassenheit und Herzlichkeit. Wie froh ich war, dass es nicht nur in meiner Vorstellung so hängen geblieben ist!

Nach den üblichen Formalitäten am Flughafen holten wir schnell unseren Camper für die nächsten 2,5 Monate ab und düsten los.

Unser erste Ziel war Northland. Nördlich von Auckland erstreckt sich diese Region bis hoch zum Cape Reinga, der nördlichsten Spitze der Nordinsel. Insgesamt tingelten wir gut eine Woche durch diese tolle Region und genossen das warme Klima.

Zwei wundervolle Nächte verbrachten wir in dem kleinen Örtchen Mangawhai Heads. Knapp 100 Kilometer von Auckland entfernt kann man hier direkt an einem natürlichen Hafen campen.

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Hier machten wir eine atemberaubende Wanderung direkt an der Küste entlang.

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Weit über Neuseelands Grenzen hinweg bekannt ist die Bay of Islands. Diese Bucht an der Ostküste des Northland umfasst unzählige kleine und größere Inseln, die im türkisblauen Wasser vor der Küste liegen. Eigentlich zu schön um wahr zu sein! Hier lohnt sich definitiv ein Ausflug aufs Wasser, es gibt unzählige Anbieter und man kann sogar mit Delphinen schwimmen.

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Aus nostalgischen Gründen war aber für mich Kerikeri eins der Highlights im Northland. Hier habe ich vor mittlerweile 9 Jahren einige Monate verbracht und in der Schokofabrik gearbeitet. Der Ort hat sich etwas verändert, so auch die Schokofabrik. Aber trotzdem war es toll, noch einmal dort gewesen zu sein und vor allem die Schokolade noch einmal zu essen! Macadamia Butter Toffee Crunch – ein Traum. Einfach mal unter www.manaka.co.nz stöbern, es lohnt sich…!

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Uns verschlug es noch weiter gen Norden, so weit wie es in Neuseeland überhaupt möglich ist – das Cape Reinga wartete auf uns! Das Wetter meinte es nicht so gut mit uns, wir hatten Nebel und Regen aber dadurch hatten wir eine tolle Stimmung hier, quasi mystisch. Dazu passend ist die Maori Saga zu diesem Ort: Am Cape Reinga verlassen die Seelen der Verstorbenen das Land und gleiten ins Wasser zurück.

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Geschlafen haben wir hier auf einem der DOC Plätze (Tapotupotu Bay), betrieben von der Naturschutzbehörde Department of Conservation Neuseelands. Atemberaubender Platz!

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Zurück auf dem Weg Richtung Süden fuhren wir die Westküste der Nordinsel entlang, auch bekannt als die Kauri Coast. Omapere ist der Ort, an dem der Highway auf die Küste trifft und hier verschlägt es Einem erst einmal den Atem. Von dem Aussichtspunkt hätten wir stundenlang das aufgewühlte Meer beobachten können!

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Weiter gehts entlang der Küste, durch dichten, feuchten Urwald. Wir stoppten zuerst am „Tane Mahuta – lord of the forest“. Dieser Kauribaum ist der älteste Kauri Bäume, der noch steht und hat einen Durchmesser von 13,8 (!) Metern.

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Weiter südlich hielten wir noch einmal an und machten eine kleine Wanderung zu den Three Sisters. Hierbei handelt es sich ebenfalls um sehr beeindruckende Kauribäume.

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Der Wald, in dem die Three Sisters stehen, ist wirklich spektakulär und erfüllt von unbekannten Geräuschen. Es war wirklich eine tolle Erfahrung, hier sein zu können.

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Nachdem wir Auckland ein zweites Mal hinter uns gelassen hatten, fuhren wir entlang der Ostküste in Richtung Coromandel Peninsula. Diese Halbinsel liegt ca. 1,5h Autofahrt entfernt von Auckland und ist somit sehr leicht zu erreichen. Die Coromandel Peninsula bietet sich also auch als erster Stopp nach Ankunft in Neuseeland an. Wir verbrachten einige Nächte in der Nähe von Coromandel Town, ein kleines Städtchen im Norden der Halbinsel.

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Von Coromandel Town aus sind wir „The 309 Road“ entlang gefahren. Dies ist eine (teilweise) unasphaltierte Straße quer durch den Wald über die Halbinsel. Nach einer ziemlich großen und ziemlich skurrilen Schweinefarm haben wir uns noch die Waiau Falls angeschaut. Sehr schön!

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In Coromandel Town haben wir uns noch etwas die Beine vertreten und sind auf einen kleinen Berg gewandert, von wo man einen tollen Blick über die Umgebung hatte.

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Wer danach Lust auf einen Kaffee, Smoothie oder einen leichten Snack verspürt, sollte das Driving Creek Café aufsuchen, sehr zu empfehlen.

Von Coromandel Town ging es entlang der Küste weiter Richtung Osten. Auf der anderen Seite der Halbinsel wartete etwas ganz Besonderes auf uns: die Wanderung zur Cathedral Cove. Vom kleinen Örtchen Hahei Beach aus wandert man ca. 45 Minuten durch den Wald mit tollen Ausblicken.

Hahei Beach

Cathedral Cove V

Cathedral Cove III

Das Ende der Wanderung ist aber unangefochten das Highlight, denn man kommt an diesem Strand an:

Cathedral Cove I

Cathedral Cove II

Ein wirklich magischer Ort, wenn auch etwas voll. Davon ließen wir uns aber nicht stören!

Auf dem Weg zurück entdeckten wir noch eine tolle weitere Bucht,

Cathedral Cove IV

und zurück in Hahei Beach kühlten wir uns im Pazifik ab – das erste Mal Baden in Neuseeland!

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Eigentlich wollten wir am nächsten Morgen zum Hot Water Beach gehen, doch der Dauerregen schreckte uns dann doch zu sehr ab. Der Hot Water Beach hat eine Besonderheit und zwar liegt unter der Oberfläche eine heiße Quelle. Bei Ebbe kann man also ein Loch in den Sand buddeln und sich so seinen persönlichen Spa am Strand bauen! Naja, vielleicht schaffen wir es ja beim nächsten Mal.

Von der Küste machten wir uns nun auf ins Landesinnere. Vorbei an Rotorua fuhren wir bis nach Taupo. Am größten See des Landes gelegen ist dieses Städtchen gut als Basis für Ausflüge in der Umgebung. Leider hatten wir hier ziemliches Pech mit dem Wetter, was uns aber nicht wirklich abschreckte.

Wenn man in Taupo ist, sollte man auf keinen Fall die Huka Falls verpassen. Hier schießt grelles, blaues Wasser durch einen Steinkanal, so dass ein waagerechter Wasserfall geformt wird.

Huka Falls II

Am Ende mündet dieser Wasserfall in einem großen Becken. Die Farbe des Wassers ist surreal und man kann deutlich erkennen, wie viel Kraft Wasser eigentlich hat!

Huka Falls I

Ebenso beeindruckend sind die Craters of the Moon. Nicht weit entfernt von den Huka Falls taucht man hier in eine komplett andere Landschaft ein. Auf dem einstündigen Rundweg sieht man  die geothermische Aktivitäten Neuseelands in Form von dampfenden Erdlöchern und blubbernden Schlammlöchern.

Craters of the Moon II

Craters of the Moon

Auf der Suche nach gutem Wetter fuhren wir aus Taupo in Richtung Hawke’s Bay. Diese Bucht liegt an der Ostküste der Nordinsel, die größten Städte hier sind Napier und Hastings. Durch das gute und stabile Klima in dieser Region wird hier viel Wein- und Obstbau betrieben. Wir hatten tatsächlich Glück und als wir in Napier ankamen, begrüßte uns die Sonne.

Napier

Napier ist bekannt als Art Déco Stadt, dessen Ursprung leider etwas traurig ist. Nach einem zerstörerischem Erdbeben in der Region waren weite Teile der Stadt zerstört. Damals wurde beschlossen, die Stadt in einem einheitlichen Stil wieder aufzubauen, dem Art Déco Stil. Heute sind die tollen Fassaden schön anzuschauen und man kann alles während eines Stadtbummels erkunden.

Art Déco II

Art Déco I

Am nächsten Tag nutzten wir das weiterhin tolle Wetter und fuhren in Hastings zum Te Mata Peak. Dieser Aussichtspunkt ist die höchste Erhebung in der Region, so dass man von hier einen irren Blick auf die Hawke’s Bay und das Inland hat.

Te Mata Peak

Auf dem Weg von Hastings Richtung Süden erfüllten wir uns einen großen Traum: wir sahen einen Kiwi! Zwar nicht in freier Wildbahn sondern in einer Aufzuchtstation, dafür war es ein ganz besonderer Vogel: Er ist nämlich weiß!

White Kiwi

Nach den ersten tollen Wochen hier in Neuseeland lockte uns nun die Südinsel! Ende November wollten wir von Wellington aus nach Picton übersetzen und verbrachten vorher noch einen Tag in der Hauptstadt Wellington. Die Stadt ist wettertechnisch dafür bekannt, dass es fast jeden Tag windig ist. Fast wie Hamburg also! Und tatsächlich, es wehte eine kräftige Brise als wir dort waren. Daher verbrachten wir fast die komplette Zeit im Te Papa Museum. Das Te Papa Museum ist ein kostenloses (!) Museum, dass sich mit der Geschichte Neuseelands beschäftigt, sowohl der Flora und Fauna als auch der Menschen und der Kultur. Ein Besuch hier ist quasi ein Muss während jeder Neuseeland Reise.

Da wir auf unserem Rückweg noch einmal durch Wellington kommen, beschlossen wir, die Stadterkundung noch einmal zu verschieben in der Hoffnung, dass dann das Wetter etwas angenehmer ist.

Am Tag unserer Fährfahrt wachten wir morgens auf und es erwartete uns ein ordentlicher Sturm… Ob wir es trotzdem auf die Südinsel geschafft haben, lest ihr im nächsten Artikel!