Unsere Zeit in den Nationalparks war nun vorbei und es war an der Zeit, das nächste große Ziel auf unserer Reiseliste anzusteuern: Vancouver Island!

21.09.2015

Für die knapp 800 Kilometer aus den Rocky Mountains bis zur Fähre auf die Insel hatten wir eine Übernachtung eingeplant. Da das Fahren in Kanada sehr viel langsamer vonstattengeht als man es aus Deutschland gewöhnt ist (Tempolimit 100 km/h, sehr kurvige Highways, wunderbare Ausblicke überall), verbrachten wir einen kompletten Tag im Auto. Die Nacht verbrachten wir im kleinen Ort Hope in einem mehr oder weniger schönen Motel. Augen zu und durch! Abendessen gab es in einem Diner nebenan.

20150921_183303

22.09.2015

Heute sollte es dann endlich so weit sein, wir verließen das Festland und fuhren nach Vancouver Island! Die Fahrt mit der Fähre dauert knapp 1,5h. Wir hatten Glück und die Sonne strahlte vom Himmel, so dass wir die Aussicht auf dem Deck (mit Mütze auf dem Kopf) genießen konnten.

DSC01516

DSC01520

in Nanaimo angekommen ging es nach einem Stopp im Supermarkt in unsere Unterkunft. Für die ersten drei Nächte hatten wir uns bei Airbnb ein nettes Apartment in Bowser gemietet. Bowser liegt an der Ostküste der Insel und ist ein kleines, verschlafenes Nest mit einer Tankstelle, einem kleinen Laden und einem Café. Genau der richtige Ort, um drei Tage nichts zu tun!

20150922_174751

20150922_174819

23.09.2015

Der Wettergott hatte wohl von unserem Plan des Nichtstuns erfahren und schickte uns: Dauerregen! Somit entschieden wir uns, in die Deep Bay Marine Field Station zu fahren. Die Marine Field Station ist eine Forschungseinrichtung, die sich mit Pazifik und seinen Lebewesen auseinandersetzt. Dort ist eine sehr gute und interessante Ausstellung über die Meereswelt vor der Insel zu sehen. Neben einem Grauwal Skelett gab es sogenannte „Touch Tanks“: offene Aquarien, in denen Seeigel, Seesterne und vieles mehr lebten. Anfassen ausdrücklich erlaubt!

20150923_123757

20150923_123848

Und den Rest des Tages? Entspannen! Denn auch vom Reisen muss man sich erholen. Die vielen Eindrücke müssen verarbeitet werden und man muss einfach mal nichts tun. Der anhaltende Regen erleichterte uns dies sehr! Kurz bevor es dunkel wurde, liefen wir noch einmal an den Strand und ließen uns den Wind um die Nase wehen.

20150924_161847

24.09.2015

Zweiter Tag Bowser, zweiter Tag Regen. Herrlich! Durch das Wetter und durch die fast beendete Saison auf Vancouver Island war es unglaublich ruhig und quasi menschenleer. Wir verbrachten den Tag mit entspannen und luden unsere Energiereserven wieder auf. Morgen sollte es an die Westküste gehen!

25.09.2015

Pünktlich zum Reisetag hatte sich der Regen verzogen und wir machten uns auf den Weg einmal quer über die Insel an die Westküste. Die Strecke führte durch wunderbare Wälder und vorbei an Seen und Flüssen. Zwar mussten wir nur 150 Kilometer zurücklegen, brauchten dafür aber geschlagene 3,5 Stunden. An der Westküste angekommen, fuhren wir direkt an den Strand. Dort erwartete uns Sonnenschein!

20150925_135832

20150925_132924

Die Westküste bot uns ein ganz anderes Bild der Insel. Das Wasser war um einiges wilder und am Horizont war nichts zu sehen. Die nächste Landmasse in Richtung Westen war Hawaii und danach Japan!

Hier wollten wir nun vier Nächte bleiben und hatten eine tolle Unterkunft in Ucluelet gefunden.

DSC01720

Ucluelet ist ein netter, kleiner Ort und wenn man hier ist, sollte man auf jeden Fall einen Ausflug auf einem Boot machen! Die Einheimischen sagen, dass man nur dann man die Insel richtig kennengelernt hat. Somit war eine Bootstour unser Abenteuer für morgen….

26.09.2015

Heute sollte es also aufs Wasser gehen. Und es sollte keine gewöhnliche Bootstour werden, denn wir wollten Whale Watching machen! Wir buchten eine dreistündige Fahrt mit einem Zodiac, ein Schnellboot mit Platz für 12 Passagiere. Die Fahrt startete in Ucluelet und bei schönstem Sonnenschein düsten wir über die Wellen.

DSC01566

Der Zodiac hielt zum ersten Mal an einer großen Kolonie von Seelöwen. Sehr beeindruckend wenn auch strapazierend für den Magen, wir hatten zwei Meter Wellengang…

DSC01573

Weiter ging die wilde Fahrt hinein in die Broken Islands Group. Hier in etwas geschütztem Wasser sollten sich laut unsers Captains viele Wale tummeln. Die Tiefe des Wassers bot einen perfekten Ort für die Nahrungssuche. Nun hieß es Geduld haben und angestrengt auf das Wasser starren. Und tatsächlich, wir wurden belohnt! Nacheinander konnten wir zwei Buckelwale bestaunen, die mehrmals an die Wasseroberfläche kamen und uns ihre Fluke zeigten. Es war kaum zu fassen.

DSC01635

DSC01652

DSC01650

DSC01649

DSC01636

Nach knapp einer Stunde fuhren wir mit leichtem Herzen und feuchten Augen wieder zurück Richtung Ucluelet. Wale in freier Wildbahn zu sehen stand schon sehr lange auf meiner Liste und es hat uns nachhaltig beeindruckt. Dies war definitiv ein weiteres Highlight unserer Weltreise!

27.09.2015

Das Wetter hier an der Westküste von Vancouver Island war wirklich super. Heute verwöhnte uns wieder den ganzen Tag die Sonne! Deshalb beschlossen wir, nach dem Frühstück einen Teil des Wild Pacific Trail zu wandern. Der Wild Pacific Trail ist ein 8km langer, berühmter Wanderweg entlang der Küste. Der Weg startete direkt an unserer Unterkunft und führte uns durch einen beeindruckenden Wald. Immer wieder gab es zwischen den Bäumen eine tolle Aussicht auf den Pazifik und wir genossen die Zeit auf dem Trail sehr.

DSC01797

DSC01824

DSC01813

DSC01809

DSC01806

DSC01798

Nachmittags machten wir noch einen kleinen Abstecher nach Tofino, eine nette Surferstadt ebenfalls an der Westküste der Insel. Hier entspannten wir bei einem Kaffee und ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen.

28.09.2015

Die Zeit vergeht wirklich wie im Fluge. Heute war also schon unser letzter Tag auf der Insel, morgen geht es schon wieder zurück nach Vancouver!

Also wollten wir heute das Wetter und den Strand ausnutzen und machten einen Strandtag. Dafür fuhren wir in den Pacific Rim National Park, der die Küste der Insel schützt, und besuchten den Long Beach. Das Wetter war wirklich toll und es waren nicht viele Leute am Strand. Dort verbrachten wir einige Stunden mit Lesen, Entspannen und etwas Yoga.

DSC01835

DSC01840

29.09.2015

Es war Zeit, aufzubrechen und die Insel zu verlassen. Nachdem wir ausgecheckt hatten, fuhren wir noch zum Schooner Cove. Ein Einheimischer hatte uns diese kurze Wanderung empfohlen und das wollten wir uns nicht entgehen lassen.

Der Holzweg führte uns durch einen sehr alten Urwald mit unglaublich großen Bäumen. Alles war überwuchert von Moos und die Luft war erfüllt von Vogelgezwitscher.

DSC01888

DSC01897

DSC01893

Der Weg führte uns an einen schönen Strand, der aufgrund der Ebbe ziemlich breit war und über und über voll mit Muscheln war.

DSC01901

Hier genossen wir noch einige Zeit die schöne Umgebung und das tolle Wetter bevor wir Abschied nehmen mussten.

Nun war also unsere Zeit in der kanadischen Natur vorbei und wir konnten gar nicht glauben, was wir alles erleben und sehen durften. Das Land ist wirklich beeindruckend und sehr vielfältig. Und als krönender Abschluss verabschiedeten uns noch 15 Orcas mit Sprüngen aus dem Wasser während unserer Überfahrt nach Vancouver. Einen besseren Schlusspunkt hätten wir uns nicht wünschen können!

Und was kommt als nächstes? Wir verbringen eine Woche in Vancouver. Eine Stadt, über die ich schon sehr oft gehört habe wie toll es hier sein soll. Seid also gespannt, wie es uns in Vancouver so gefällt!